Unverstand
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Routiniert.

Aus der Traum vom großen Glück. Die glorreichen Zeiten der wahren Liebe und der aufrichtigen, vielleicht sogar heroischen Freundschaft, wie sie nur noch als Konzept potentieller Filmklassiker existiert, sind vorbei.
Heutzutage wird nur noch gelogen, betrogen, hintergangen und geschwiegen, als Höflichkeit abgetan, um das eigene Ego aufpoliert und gänzlich ohne Erwartung auf Gegenleistung auf nahe stehende, aber ehrlich gesagt völlig fremde Menschen abzulegen. Wir alle sind nur allzu gern bereit Verlust zu akzeptieren, wenn es der einfache Weg ist. Es wird Routine, dass die Welt nicht mehr richtig tickt und anstatt zu überlegen, wie man als einzelner Mensch, oder als Gemeinschaft, die Dinge in ein besseres Licht rücken könnte, überzeugen wir uns selbst davon, dass die Dinge eben sind, wie sie sind. Da kann man halt nichts machen.
Wir finden uns damit ab, dass nichts mehr richtig funktioniert und geben uns zufrieden mit dem, was wir kriegen können.
Ob es nun normal wird, dass der Geschirrspüler schon nach einem Monat nicht richtig sauber macht und man eben vor jedem, pünktlich um 18 Uhr stattfindenden, Abendessen die Gabel noch einmal mit Hand waschen muss, oder das Kind in der unerschütterlichen Überzeugung aufwächst, dass zur Disziplin ein Schlag vom durch Kindheitszwang geliebten Vater gehört - denn schließlich kennt man es ja nicht anders und es ist die eigene Schuld, die es einem verdient, wie ein Stück Dreck auf einer Spülmaschinen festen Gabel frisch aufpoliert zu werden, ohne auch nur die geringste Erwartung zu verspüren, dass es vielleicht nicht richtig sein könnte.

Manchmal findet man sich dann aber doch in der Idiotie wieder und fängt an zu lachen und zu weinen und zu sinnen und staunen und könnte die gesamte Welt umarmen. Glück ist wohl die stärkste unbewusste Egopolitur, denn so sehr man sich auch bemüht, gleicht das gesamte glückliche Verhalten am Ende erschreckend der heuchlerischen, aber immerhin bewusst erlebten, Höflichkeitsdistanz, die sich mit der Zeit zwischen beinah jeder zwischenmenschlichen Beziehung aufbaut und konsequent dem Konzept der freien, fröhlichen und liebenden Welt die hässliche Maske der Realität aufsetzt. Und genau da bringt einem all das rein gar nichts mehr.
Sicher, man könnte behaupten, dass es nicht um das Nehmen, sondern um das Geben geht, aber wer nur noch gibt und niemals nimmt, hat bald logischer Weise nichts mehr zu geben.
Doch wer nicht kämpft, der nicht gewinnt. Warum also nicht, denn verloren haben wir sowieso schon, warum also nicht versuchen zu erreichen, was wir noch erreichen können.
Das Beste draus machen.
Nehmen, was wir kriegen können, damit abfinden, aufpolieren und so tun, als würde es uns gefallen. Als würden wir noch weiter können.

Ich, ja ich könnte, wenn ich wollte, aber ich will nicht mehr können und wollen, das kann ich schon lange nicht mehr.

Reine Routine, aber so ist die Welt nunmal und ein Ende kommt gar nicht in Frage.
13.6.08 03:26
 
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