Unverstand
Gratis bloggen bei
myblog.de

Traumspiegel

Von Alb zu Mensch
1
(Der Baum)


Hinter verschlossenen Augen
... ziehen und ranken ...sich erkrankte Wurzeln
immer dichter an das klamme Ich

... ziehen und ranken ...sich vergessende Äste
immer tiefer
...tief...
...tiefer
...und tiefer
Tiefer und tiefer
Bis auch der letzte Nerv zerbricht

Wie ein Labyrinth
aus innerster Uneinigkeit
Ist die dunkelste Nacht
...unbedränglich, doch versprechend...
zu verlieren
...verlieren...
...was...
...alles, einst...
Mein ... gewesen,
Als ich mich noch innerer
Gedankenverloren
kannte...

Meine Lider reissen sich
zum hysterischen Augen-blicken
...weit gen sternenlosen Himmel

...
Und dann erkenne ich die kranken, faulenden Ranken vor meiner Gestalt

Sie formen sich ...zu allem, was mein Herz erfüllt
Sie regen sich zu allem, was mein Herz mit eigenster Angst...

Der Baum krampft sich von Alb zu Raum
...von Raum zu Leben...
...von Leben zu Mensch... von Mensch zu Wahrheit...
Und zeigt mir den Blick in die Augen einer Seele

Neugierig strecken sich gekrümmte Finger
So auch mein Angstgetüm...
Und nur eine Berührung
Wandelt Dunkelheit zu gleißendem
zu... beißendem Licht
...
Doch nun wird alles sehr bekannt

Der Baum rankt sich von Alb zu Mensch
Und zeigt mir den Blick in mich

2
(Entsetzen)

Ob diesen Anblicks
Ist selbst der Wind entsetzt
Wo doch eben noch die Stille kehrte
Weiss alles sich vom Angstschrei jetzt
...benetzt...

Es zuckt zurück und windet mich
Ich werf' mein Antlitz ab vom Baum
Jeder Mut enzieht mir sich
Es schrumpft die Welt zu engem Raum

Panik kratzt an meinen Händen
Die Stimme, sie versagt mir stumm
Die Luft wird dick als ständen
Tausend Hürden um mich rum

Kein Schutz
Kein Fliehen
Kein Zurück
Es zerrt mich weiter in den Blick
Ich seh' das Schreien
Seh' das Toben
Seh' das ganze Welt-Gewoben
Um meiner Seele schnürend Strick...

Ohne Sterne hängt der Mond
Über uns, als graus' Portrait
Er spottet auf mein starres Bild
Und scheint gar heller, so mehr ich fleh'...

Ich will rennen
Luft steht starr
Ich will rennen
Doch Alb spricht wahr

3
(Neu)

Und dann ...mit einem Mal
vergass ich das Fliehen
Erkannt' ich ...keine Wahl
sei mir verliehen

Mit geschlossenen Aug'
Strecke ich meine Finger,
wie ein Kind, ganz scheu
Meinem Spiegelbild entgegen

Raum wird Ruh'
Schrei formt sich neu



...zu...


4
(Hässlich)

Schatten...schemen...sich

Noch lange ohne jeden Atem
Führt die Reise tiefer mich
Trägt mich an meiner Zeit vorbei
Und tanzt und schlängelt sich

Durch meinen Augenblick...

Der Raum hat sich vom Licht getrennt
Und doch reit' ich im inn'ren Sturm
Schnell und schneller schreite ich
Stuf' um Stuf' hinauf den Turm

Entgegen dem Glück...

Ich strecke meine Hände aus
Will greifen diesen Wind
Möcht mehr und weiter ihn verlangen
Mein eigenst' innerst' Kind
Für mich allein vor Welt empfangen

Aus mir brechen Stürme aus
Im Hochmut bebe ich hervor
Doch nun wird jede Stufe ledern
Schlangen zischen durch mein Ohr
Und droben schwingen Rabenfedern...


Jeder Schritt ...schwerer als zuvor
Die Welt ...dreht sich... hinter
Dem verblassendem ...Beben
Es wächst der Turm
Meine Seele ...als Alb gescheucht
Bleibt dem Schritte jedoch treu
Mit Welt ...ist sie mir Eben...
Mein..
Bild...
und windet sich ...wie inn'rer Wurm...

Holt mich ein

Doch Welt, sie war mir nie zufrieden
Hat sie doch lang mir mich vermieden
Getrieben mich zur Eigenheit

In mir, noch und noch hinab...

Mein Alb steht mir als fremder Spiegel
Spannt vor meinem Ritt die Zügel
In mir obsiegt die Hässlichkeit

Zuviel... gewollt
Bleib ich bestehen
Viel mehr ...bereut
Am gierigen Vergehen...


Rabe kräht elendiglich
Grässlich ... hässlich

Ich...schäme...mich








© (un)traum

Startseite
Neues
Werke

(un)traum
Gästebuch

Links

Musik

Projekte

Wahnwerk - Mensch
Abgeschlossen

Feindschritt
Neuster Teil: Sandmann


Traumspiegel

Stefan Hills

Create Your Badge